Körperliche Gewalt

Mythen, Tatsachen, Zahlen

Eine repräsentative Untersuchung aus dem Jahr 2004 zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland zeigt: 37% aller befragten Frauen berichteten von körperlicher Gewalt. Dabei erfahren Frauen körperliche Übergriffe sehr häufig durch männliche Täter. In der Studie nannten 71% der betroffenen Frauen ausschließlich männliche und 19% sowohl männliche als auch weibliche Täter/innen. Körperliche Gewalt wird sehr häufig vom Partner oder der Partnerin (50,2%) oder einer Person aus der Familie (30,1%) ausgeübt.

Frauen mit Behinderung sind noch häufiger von körperlicher Gewalt betroffen. Insgesamt 74-90% aller behinderter Frauen haben laut Studie zur "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Deutschland" körperliche Gewalt in Kindheit und Jugend erlebt.
 
58-75% der befragten Frauen haben körperliche Gewalt als Erwachsene erfahren, etwa die Hälfte durch den Partner oder die Partnerin.
  Besonders betroffen von körperlicher Gewalt sind laut Studie 73- 75% der gehörlosen und psychisch erkrankten Frauen.

71% der Frauen, die von körperlicher Gewalt betroffen waren, gaben dabei als Orte der Gewalt die eigene Wohnung an. Demgegenüber wurden öffentliche Orte wie Straßen oder Parks, die oft als typische „Angstorte“ gelten, mit 26% viel seltener als Tatorte genannt.

Mit 55% haben mehr als die Hälfte der von körperlicher Gewalt betroffenen Frauen physische Verletzungen aus Übergriffen davongetragen, darunter blaue Flecken, Schmerzen im Körper, Verstauchungen, offene Wunden, Knochenbrüche und Kopf- oder Gesichtsverletzungen. Von diesen hat ein Drittel medizinische Hilfe in Anspruch genommen.