Körperliche Gewalt

Was ist das?

Als körperliche oder physische Gewalt gelten alle Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit einer Person. Frauen erfahren physische Gewalt sehr häufig durch (Ex-)Partner bzw. (Ex-)Partnerinnen oder durch Familienangehörige. Für viele Frauen und Mädchen mit Behinderungen spielt darüber hinaus auch Gewalt durch Pflegepersonen und/oder in Einrichtungen eine große Rolle.

Körperliche Gewalt ist die Form von Gewalt, die in der Öffentlichkeit am häufigsten wahrgenommen wird, da sie in der Regel am sichtbarsten ist. Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind oft Betroffen von körperlicher Gewalt, wenn sie sich durch eine Einschränkung weniger schützen können. Darüber hinaus wird Gewalt durch Partner/innen, Pflege und Familie oft mit einer Überforderung gegenüber dem Umgang mit der Behinderung legitimiert. Schuld an physischer Gewalt ist aber niemals die Frau oder ihre Einschränkung. Schuld ist allein der Täter.

Zur körperlichen Gewalt gehören beispielsweise an den Haaren ziehen, Schlagen, Boxen, Treten, Verbrennungen, Verätzungen, Würgen, Angriffe mit Messern oder anderen Gegenständen. Körperliche Gewalt umfasst ein sehr großes Spektrum an Gewalthandlungen, darunter „leichtere“ Formen wie Ohrfeigen oder wütendes Wegschubsen, bis hin zu sehr schweren Formen wie Verprügeln oder der Einsatz von Waffengewalt. Physische Gewalt kann schwerwiegende Folgen haben und sogar zum Tod der betroffenen Person führen. So besteht auch eine Wechselwirkung zwischen Gewalt und körperlichen oder psychischen Behinderungen: Es existiert nicht nur ein höheres Risko bei Frauen und Mädchen mit Behinderungen von Gewalt betroffen zu sein. Körperliche und physische Beeinträchtigungen können auch durch Gewalterfahrungen verursacht werden.

Zu körperlicher Gewalt kann es auch in Situationen der Inanspruchnahme von Pflege und/ oder Assistenz kommen. Bei Gewalt in Pflegebeziehungen versuchen Pflegende (z.B. Angehörige oder professionell Pflegende) mit körperlicher Gewaltanwendung oder massivem Zwang etwas gegen den Willen der betroffenen Person durchzusetzen, z.B. bei der Medikamentengabe oder in Essenssituationen. Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik Gewalt in Pflege und Assistenz.